Von der Forschung zur Prävention: Ein wichtiger Schritt für die Lungengesundheit in Österreich
Lungenkrebs zählt zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen in Österreich und wird vielfach erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Ein neues gemeinsames Positionspapier der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG), der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) und der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (ÖGTC) schafft nun eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die mögliche Einführung eines nationalen Lungenkrebs-Screeningprogramms in Österreich.
Gemeinsame Empfehlungen für Österreich
Das Positionspapier definiert zentrale Empfehlungen für die Umsetzung eines qualitätsgesicherten, risikoadaptierten Lungenkrebs-Screenings. Die vier Fachgesellschaften sprechen sich für eine schrittweise Umsetzung mit Pilotphasen und zentraler Evaluation aus.
Die wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass die Untersuchung mittels Low-Dose-Computertomografie (LDCT)Lungenkrebs früher erkennen und die Lungenkrebssterblichkeit reduzieren kann.
LEAD liefert österreichische Daten für die Risikostratifizierung
Eine zentrale Grundlage für die österreichische Planung sind Daten aus der LEAD-Studie, der österreichischen Langzeitstudie zur Lungengesundheit mit mehr als 15.000 Teilnehmer:innen. Die Kohorte wurde genutzt, um jene Bevölkerungsgruppe zu identifizieren, die die Hochrisikokriterien für ein Lungenkrebs-Screening erfüllt. Dabei kam unter anderem das Risikomodell PLCOall2014 zum Einsatz, das neben Rauchverhalten auch weitere Risikofaktoren berücksichtigt.
Die Analysen der LEAD-Studie zeigen, dass in Österreich eine große Zahl von Menschen für ein risikoadaptiertes Screening infrage kommen könnte. Für die Altersgruppe von 50 bis 75 Jahren wird eine potenzielle Hochrisikogruppe von rund 273.000 Personen geschätzt.
Von der langfristigen Forschung zu konkreter Prävention
Die Mitwirkung unserer Institutsleiterin, Marie-Kathrin Breyer, als Co-Autorin des Positionspapiers steht exemplarisch für den Anspruch des LBI für Lungengesundheit, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Verbesserungen für die Gesundheit der Bevölkerung zu überführen. Die Daten der LEAD-Studie schaffen dabei eine wichtige österreichische Evidenzbasis für die Diskussion und Planung eines nationalen Lungenkrebs-Screenings.